Kein Bruch mit Klischees
Dass eine entsprechende Medienberichterstattung die Stigmatisierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen befeuern kann ist nichts Neues und anhand diverser Beispiele aus einschlägigen Boulevardmedien konnte hier des Öfteren gezeigt werden, dass sich viele Journalisten nicht bemühen, eine negativ gefärbte Tonalität im Hinblick auf Migranten zu vermeiden.
Ein neues Beispiel hierfür ist ein Artikel der B.Z., in dem es um einen Streit mit tödlichem Ausgang im Berliner Bezirk Neukölln geht. An mehreren Stellen wird in diesem Artikel die Herkunft der am Geschehen Beteiligten hervorgehoben. So wird zum Beispiel geschrieben: „Im Mittelpunkt stand Fatih, ein türkischer Junge, sagt uns der Cousin.“ Und an anderer Stelle: „Dann erst hätten sich die deutschen Männer in den Streit eingemischt, um zu schlichten.“ Auffällig ist hier nicht nur die Stigmatisierung der Beteiligten mit Migrationshintergrund, sondern auch, dass die „deutschen Männer“ geradezu positiv hervorgehoben werden. Dadurch wird dem Leser eine bestimmte Sichtweise der Dinge nahegelegt, die ein Schubladendenken fördert und nicht mit Klischees brechen will.
ms
(Quelle: bz-berlin.de)
