Bananen und das Recht der Satire
Vor einigen Tagen berichtete die BILD-Zeitung über eine satirisch-rassistische Attacke auf den italienischen Fußballspieler Mario Balotelli. Dieser war von einer italienischen Sportzeitschrift aufgrund seiner äußeren Erscheinung mittels einer Karikatur mit King Kong verglichen worden. Zuvor war es auch schon vorgekommen, dass er bei Spielen ausgebuht oder mit Bananen beworfen wurde. Die Sportzeitschrift selbst gab an, gegen alles Rassistische zu sein, war jedoch bisher nicht bereit, sich zu entschuldigen.
Auch wenn der Artikel der BILD in diesem Fall durch und durch von Empörung durchzogen ist, ist es auffällig, dass die virtuelle Umgebung, in der er steht, deutlich weniger Unverständnis für solch eine Karikatur zeigt. Gleich neben dem Artikel findet sich eine Fotostrecke zu Balotelli, die mit einem Bild beginnt, unter dem in einem Zitat zu lesen ist, dass es bewundernswert sei, dass Balotelli mehr als eine Gehirnzelle habe. Außerdem sind direkt unter dem Artikel einige anzügliche Fotografien von Balotellis Exfreundin abgebildet. Bei einem derartigen Rahmen fällt es schwer zu glauben, dass das Rassismusproblem in diesem Fall ernst genommen beziehungsweise ernsthaft kritisiert wird. In einem Leserkommentar unter dem Beitrag wird angemerkt, dass so eine Karikatur ebenfalls gut zur BILD-Zeitung passen könnte.
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(Quelle: bild.de)
