Fakten gegen Vorurteile

Betrachtet man allgemein die Berichterstattung deutscher Medien über Menschen mit Migrationshintergrund, fällt einem auf, dass negative Vorurteile gegenüber Migrantinnen und Migranten häufig unterstützt beziehungsweise erweitert werden. Umso erfreulicher ist es, wenn vor allem renommierte Medien Gegenbeispiele liefern, welche einen Beitrag dazu leisten, das Bild, das viele Deutsche von Menschen mit Migrationshintergrund haben, zu verbessern. Ein solches Gegenbeispiel lieferte Spiegel Online mit einer Nachricht zum aktuellsten Integrationsbericht der Bundesregierung. Laut dieses Berichts kommen Kinder aus Migrantenfamilien immer besser mit dem deutschen Schulsystem zurecht, so dass mittlerweile jeder zehnte Schüler mit ausländischen Wurzeln das Abitur macht.

Spiegel Online geht mit dieser Berichterstattung gegen ein Vorurteil vor, welches seit langem in den Köpfen vieler Deutscher verankert ist: Menschen mit Migrationshintergrund hätten aufgrund ihrer andersartigen Kultur und ihrer mangelnden Bereitschaft, sich in die deutsche Gesellschaft einzufügen, weniger Chancen hinsichtlich ihrer Schullaufbahn und ihres beruflichen Werdegangs.

Durch die Berichterstattung vieler Medien wurde beziehungsweise wird dieses Bild seit vielen Jahren aufrechterhalten, weil immer wieder Darstellungen veröffentlicht werden, die dieses Klischee offen oder in abgewandelter Form anbieten. Der beste Weg, um gegen derartig fest etablierte Vorurteile vorzugehen, ist offenbar die Konfrontation mit Fakten. Durch den Bezug auf den Integrationsbericht der Bundesregierung, schafft Spiegel Online also eine Gegenstimme, die keinen Widerspruch erlaubt, denn einer so offiziellen Statistik wird in der Regel Glauben geschenkt. Auch wenn dieser Glauben in
vielen Fällen mit Überraschung einhergehen wird, können Artikel wie diese nur als Schritt in die richtige Richtung gewertet werden, da nur eine derartige Aufklärung dafür sorgen kann, dass eben diese eines Tages überflüssig sein wird.

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(Quelle: spiegel.de)